Farbiges Glas für Tiffany-Arbeiten

Farbiges Glas für Tiffany-Arbeiten

Licht, das durch farbiges Glas dringt, erzeugt faszinierende Wirkungen, die gotischen Baumeister verwendeten diesen Effekt, um den Kirchenräumen mystische Erhabenheit zu verleihen.

Louis Comfort Tiffany (1848-1933) war es, der im New York des frühen 20. Jahrhunderts jene hervorragende Technik des bunten Glasmosaiks entwickelte, die die Kunst des Glases zu einer neuen Blüte brachte: Er verband kleine Glasstücke durch Metallstege nicht nur zu Fenstern, sondern auch zu dreidimensional geformten Objekten wie Lampenschirmen – heute nahezu unbezahlbare künstlerische Einzelstücke, die aber durch die Flut von mehr oder weniger gut gelungenen Nachbildungen in Großkaufhäusern und Baumärkten etwas in Verruf geraten sind – zu unrecht, für uns gilt L. C. Tiffany als wegbereitender Künstler.

Zu Tiffany's Zeiten war Amerika führend in der Glasherstellung, L. C. Tiffany betrieb auch eine eigene große Glaserzeugungsmanufaktur, wo er Spezialgläser persönlich kreierte. Heute sind mehrfärbige Gläser in der alten Technik sehr selten geworden, es gelang uns beim Auftrag für Amstetten buchstäblich die letzten in Wien erhältlichen aufzukaufen. Ersetzt werden diese heute durch neue Glaskreationen, die allerdings etwas gröber und bunter wirken, aber auch noch den faszinierenden Charakter der Einmaligkeit im Detail aufweisen, weil ja jeder Glasfluss händisch hergestellt wird und die Farben in ganz individueller Weise fließen und verlaufen.