Farbpigmente auf einer industriellen Farbmischstation

Es sind gar nicht so viele Einzelpigmente, aus denen sich der Farbfächer eines Farberzeugers zusammensetzt. Immer gibt es genormte Töne, je nach Firma eine größere oder kleinere Zahl, und dazu die Rezepte, wie man diesen Ton durch Mischung erreicht. Der "Töner" (Beruf des Farbmischers) erarbeitet den Farbton durch Abwägen von Pigmentpulver oder -flüssigkeit in Bruchteilen von Gramm.

Naturgemäß reichen die Standardtöne bei Weitem nicht aus, um perfekte farbpsychologisch abgestimmte Raumfarben zu erhalten – man muss sie wiederum untereinander mischen oder neue Farbnuancen erstellen.

Dies macht unser Institut meist auf der Basis des internationalen NCS-Systems (Natural Colour System), das gegenwärtig 1.950 Einzeltöne aufweist.

Zum Vergleich: Unser Auge kann über 100.000 verschiedene Farbtöne noch relativ leicht unterscheiden, NCS spricht von insgesamt 10 Millionen erkennbaren Farbtönen.

Steht die Frage im Raum: Brauchen wir denn wirklich so viele Farbtöne? Die Antwort aus der Praxis: Wer einmal an einer Innenwand 10 oder 12 verschiedene Farbnuancen aufgetragen hat, bis der Ton dem Auftraggeber wirklich behagt, weiß, wie fein das Auge des Menschen Farbunterschiede empfindet. Und wie groß die Unterschiede sind, mit denen sie auf unser seelisches Empfinden wirken, sobald uns eine größere Fläche davon im Raum umhüllt.