Erster Licht- und Farbkongress in Österreich - ein großer Erfolg!

Hinzugefügt am: 28. September 2008, 00:00

Knapp über 100 Teilnehmer/Innen erlebten den ersten Licht- und Farbkongress in Österreich. Er fand im Obergeschoß der Europahalle Wieselburg statt - genau zwischen Wien und Linz. Durch die Unterstützung dieser größten Messestadt Niederösterreichs gelang es, 14 internationale Fachleute zu einer hochaktuellen Fachkonferenz zusammenzurufen. Die Ergebnisse: Die herkömmliche Lichtplanung muss erneuert und verbessert werden, Farben spielen in unserer Umwelt eine noch viel größere Rolle als erwartet (sie wirken nicht nur auf die Psyche, sondern in unmittelbarer Form und auch durch Messung nachweisbar auf den Körper ein). Und die moderne Farblicht-Therapie - ebenso wie die Lichtbestrahlung gegen winterliche Depressionen - hat einen neuen Höhepunkt erreicht.


"Dieser Kongress hätte in jeder Großstadt Europas wie auch in Übersee stattfinden können. Prominente Design-Persönlichkeiten wie Christian BARTENBACH, Victoria COELN oder Friedrich von GARNIER leisteten hier großartige und beeindruckende Präsentationen. Und die Universitätsprofessoren Richard FUNK, Herbert KLIMA, Wolfgang MARKTL und Martin TREBERSPURG brachten internationales Flaire in das herbstliche Mostviertel".
- so tönte es von Seiten der Teilnehmer: Sie kamen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.

Thema Licht und Gesundheit

Lichtbiologen schlagen Alarm: Obwohl die Lichterzeuger Hightechprodukte herausbringen und Städte und Gemeinden nächtliche Lichtfluten ausstrahlen, geht es vielen Menschen nach Ansicht der Fachleute nicht besonderst gut:
Sie sitzen oft in düftigem, für das Tropenwesen Mensch wenig geeignetem Licht - am Arbeitsplatz, und möglicherweise auch bald Zuhause, weil man, wie es scheint, einer scheinbaren Energiespar-Maßnahme den Gesundheitsaspekt des Lichtes zu opfern bereit ist.

Die Bedeutung des Lichtes spielt auch in der Bauplanung eine zu geringe Rolle - oft ist das Billigste gut genug. Auf vielen Baustellen wird das Licht erst entschieden, wenn das Geld knapp geworden ist.

Seitens der Designer wird höhere Qualität gefordert. Lebensraum soll gestalteter Raum sein.
Seitens der Lichtbiologen wird eine hohe Lichtqualität gefordert, denn schlechtes Licht kann krank machen, wie neue Untersuchungen aufdecken.
Die vielen kritischen Vorträge dieser Tagung zeigten, wohin der Weg führen muss.

Was brachte der 1. Österreichische Licht-Farb-Kongress?

14 internationale Fachleute trafen sich zu einer öffentlichen Tagung am 26. und 27. September - Lichtdesigner, Lichtbiologen, Ärzte, Architekten, Farbgestalter und Farblicht-Therapeuten.

Erkenntnisse der Lichtwissenschaft, Beispiele für neues Licht- und Farbdesign und seitens der Lichtbiologie ein striktes Nein zum Verbot von Glühlicht: dem Gesundheitslicht. Diese Erkenntnisse sind wichtig für alle Menschen und Berufssparten - jeder braucht gutes Licht.

Das "richtige" Licht

Medizin, Biologie und Biophysik zeigen: Die starke Wirkung von Licht trifft jeden von uns. Ist es aber immer das richtige Licht?

Licht wirkt im Organismus noch viel stärker als bisher angenommen. Es gibt gutes, aber auch gefährliches Licht. Prof. Richard Funk aus Dresden zeigt, dass bestimmte Wellenlängen die Netzhaut heilen oder auch zerstören können. Die Spektralzusammensetzung ist wichtig — nicht nur allein die Helligkeit (in Lux), wie es bisher in der Lichtplanung praktiziert wurde. Und vergessen wir nicht: der Mensch war ursprünglich ein Tropenwesen, sein Lichtbedarf ist genetisch fixiert.

Lichttechnik und Energiepolitik bringen uns in Schwierigkeiten: Irrtümliche Umweltschutz-Maßnahmen gefährden die Gesundheit und belasten die Ökologie erst recht: Durch Umweltgifte. Moderne Lichttechnik kann die Sonne ersetzen — doch das Verbot des Glühlichtes ist die falsche Maßnahme.

Insbesondere ein Verbot der neuen Generation der Halogenglühlampe mit 30-50% Stromersparnis ist strikt abzulehnen. Der deutsche Lichtbiologe Alexander Wunsch bringt eine Vielzahl an Argumenten und gipfelt in dem Satz:
"Aus ganzheitsmedizinischer Sicht käme das Verbot der Verwendung von Glühlampen einer staatlich verordneten KÖRPERVERLETZUNG gleich, solange kein gleichwertiges Leuchtmittel zur Verfügung steht!"
(Alexander Wunsch, www.lichtbiologie.de/gluehlampe.pdf)

Lichtdesign und Lichtplanung ist nicht nur Beleuchtung oder Energiesparen, sondern auch Gesundheitsverantwortung. Gutes Lichtdesign arbeitet mit vollspektrigem Licht aus Glüh- und Halogenglühlampen (Temperaturstrahlerlampen): Die Behaglichkeit ist sehr hoch, alle Farben erscheinen dem Auge richtig, das Licht wirkt nie kalt und lässt sich dazu auch noch dimmen. Der Warmfarbanteil ist therapeutisch besonders wertvoll, die Raumsituation bekommt gesundheitlichen Wert.
Raum und Zeit: Gutes Lichtdesign schafft außerdem Lichtinseln im Raum und ermöglicht den zeitlichen Wechsel von Lichtszenen. Damit folgt es den neuen Erkenntnissen der Chronobiologie.

Therapeuten wussten es schon immer: Die heilende Wirkung von Licht und Farben wird seit Jahrhunderten angewendet. Heute wird jedoch zum Teil mit falscher Lichtqualität gearbeitet: Die reine Helligkeit von Metalldampf-Licht kann zwar durchaus Hilfe bei "Winterdepression" bringen, besser aber ist die Verwendung von Lampen, die durch die Bestrahlung nicht zusätzliche Reaktionen des Körpers auslösen, die absolut nicht gesund sind. Besonders wichtig erscheinen heute die verschiedenen Heilbehandlungen mit farbigem Licht: Monochromes Licht (mit nur einer bestimmten Wellenlänge und Farbe) hat starke Tiefenwirkung. Dies wird an mehreren modernen Therapieformen vorgeführt und auch praktisch erlebbar gemacht.

Interessante Diskussion

Am Freitagabend, 26.09.2008, fanden um 19:30 Uhr "Kamingespräche" mit den Vortragenden statt, die unter den etwa 30 TeilnehmerInnen eine hoch interessante Diskussion entfachten.
Alexander Wunsch zeigte zuvor einen Film von Klaus Stanjek,
"Zwielicht. Die Ökologie der künstlichen Helligkeit"
Eine dokumentarische Reise durch künstlich beleuchtete Welten.
Ende der 80er Jahre ist der Film entstanden, es wirkte auch der bekannte Augenarzt Prof. DDr. Fritz Hollwich mit. 

Begleitausstellung

  • Skandinavisches Wohndesign in wechselndem Licht: Tagetti Poulsen, Scandinavian Design House, Merten Lichtsteuerungen
  • Licht und Farbtherapie, Entspannungstechniken zum Erleben:
    Ryberg's "Lichtdom", Wunsch's "Spektro-Chrom-Therapie nach Dinshah", Martel mit Gehirnwellen-Stimulierung
  • Präsentationen von HEI Solar Light, Light Inside, Ledworx, Prisma, Sto, Auro, VMS, BOW Tech, Vitalakademie, AE Austria, Keimfarben