Aus unserer Mess-Serie 2008, gemeinsam mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie, Wien:

spektrenvergleich
Glühlampe 60W mit hohem Anteil an Rot und Infrarot, die als heilende Spektralanteile gelten.
Die Wärmestrahlung ist kein echter Verlust, denn sie trägt zur Gebäudeerwärmung bei.

spektrenvergleich
Halogenglühlampe 50W 12V
Ebenso eine weitgehend kontinuierliche Kurve mit ausreichend Rotanteil

spektrenvergleich
Typisches Gasentladungslicht mit einzelnen Spitzenwerten und deutlich fehlenden Lichtanteilen gegenüber dem Glühlicht bzw. dem Tageslicht.
Unsere Wahrnehmung empfindet zwar "weiß", kann aber die fehlenden Farbanteile nicht analysieren. Der Organismus hingegen reagiert auf die echte Spektralverteilung.

Der Mensch als Tropenwesen

Menschen waren ursprünglich Tropenwesen und brauchen daher hervorragendes Licht

Normalerweise fällt uns nicht auf, wie stark unser Körper auf Licht und seine farbigen Teilstrahlen reagiert. Unser Auge kann sehr genau die Intensität des Lichtes unterscheiden und auch, ob es "warmes" (mehr langwelliges) oder "kaltes" Licht ist (mit höherem Blauanteil). Aber unser Auge ist kein Spektroskop und sieht nicht, wie die Spektralverteilung wirklich aussieht. Doch wir sind in einer künstlichen Welt, die den natürlichen Verhältnissen unserer Entwicklung als tropisches Lebewesen nicht mehr entspricht. Die Wirkung des Lichtes wird in der Wissenschaft immer tiefer erforscht. Richtige "menschgerechte" Lichtplanung erfährt heute eine rasant steigende Nachfrage.


Ostafrika, Wiege der Menschheit (Foto: Doz.Dr.G.Schwarz)

Landschaften wie diese - aus den Galeriewäldern Ostafrikas - prägten die Entwicklung unseres Auges durch Millionen Jahre.

Wir leben heute im "kälteren Norden". Winterdunkelheit, kürzere Tage und sonnenarme Schlechtwetterphasen beeinflussen uns durch viele Tage und Wochen. Die dichte Verbauung der Städte trägt noch zusätzlich zum Mangel an natürlichem Licht bei.
Das erträgt unser Körper nur sehr schwer: Psyche und Gesamtorganismus - das Auge, die Hormone, das Nervensystem - sind auf sonniges Tropenlicht ausgelegt.
Der Unterschied: Unser Kunstlicht stellt heute mehr denn je ein Ersatzlich dar: Viele Strahlungsanteile des Tages- und Sonnenlichtes fehlen, was in der Lichtbiologie und Lichtmedizin als Belastung erkannt wird. Vielfach tritt "Winterdepression" auf (SAD, Seasonal Affective Disorder).
Daher auch unsere starke Sehnsucht nach der sonnigen Ferieninsel.

Als vitale Defizite dieses Mangels an Lichtimpulsen werden beschrieben: Anpassungsprobleme, Überreizungen und physiologisch nachteilige Stimulierungen aller Art. Nach Erkenntnissen der Lichtbiologie sind es besonders die "warmen" Anteile des Lichtes - Rot, Nahinfrarot und die infrarote Wärmestrahlung - sehr wichtig für die Gesundheit des Auges. Sie können Schäden kompensieren, wie sie durch Blaulichteinflüsse in der Netzhaut entstehen ("Blue Light Hazard" in der Fachliteratur, z.B. beim Zellbiologen Prof. Dr. Richard Funk, Universität Dresden).
Deshalb müssen den neuen Erkenntnissen der Lichtbiologie entsprechend auch neue Maßstäbe für die Lichtplanung gesetzt werden.
Licht ist nicht gleich Licht:
Lampen auf Temperaturstrahlerbasis erscheinen heute wesentlich gesünder als das Ersatzlicht aus wenigen Spitzenwerten im Rot-, Grün- und Blaubereich (RGB).
Quecksilberdampflicht wie in Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren fällt in diese Kategorie einer nicht dem Sonnenlicht entsprechenden Qualität.


Wie plant man gesundes Kunstlicht?